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05.03.2017 11:21:20
MasterFinally / wikipedia

Italien erkennt schwule Elternschaft an

Für das konservative Land ein großer Schritt

Ein Oberlandesgericht in Italien hat erstmals die Elternschaft von Schwulen an Kindern anerkannt, die per Leihmutterschaft zur Welt gekommenen sind. Für den recht konservativen Staat ist das eine große Errungenschaft. Mathias Ungerer ist für uns in Italien und fasst die Details nochmal zusammen:


Der Streit um die Elternschaft geht schon längere Zeit. Die beiden siebenjährigen Zwillinge wurden in Kanada von einer Leihmutter 2009 zur Welt gebracht. Das Berufungsgericht in der norditalienischen Stadt Trient hat jetzt entschieden, dass das von Kanada ausgegebene Dokument auch in Italien gültig ist. Darin werden die beiden Männer als Väter genannt. „Vaterschaft dürfe nicht nur im biologischen Sinne betrachtet werden“, so das Gericht, „Vater sei eine Person mit dem unbestreitbaren Willen, ein Kind groß zu ziehen.“ Hitzige Diskussionen werden in Italien nun aber folgen.


Das Gesetz zur Legalisierung von Lebenspartnerschaften ist in Italien erst 2016 verabschiedet worden. Das Adoptionsrecht für Homosexuelle war auf Druck katholischer Parteien und Organisationen aber aus dem Gesetz ausgeklammert worden. (mu/abf)